NAXOS 2009
Es liegen zwei wunderschöne Wochen auf Naxos hinter uns.
Der Morgen zeigte mir dann auch, dass der Rest der Anlage ganz nach meinem Geschmack ist. Bei einem gemütlichen Frühstück traf man bereits erste andere Gäste, was schon darauf hindeutete "man spricht deutsch". Gut, die Schweiz muss zu dieser Zeit leergefegt gewesen sein, denn die komplette Bevölkerung befand sich zu dem Zeitpunkt auf Naxos oder zumindest in Griechenland. Sven versuchte sie mir anfangs noch als Holländer zu verkaufen, als ich ihm dann aber erklärte, dass mein Holländisch verdammt gut sei, wenn ich nahezu alles verstehe, dachte er auch noch mal darüber nach. ;-)
Den ersten Tag nutzten wir, um uns die unterschiedlichen Wassersportstationen anzuschauen. Dazu mussten wir auch nach Mikra Vigla, ein Strand zum Kiten, der 8 km entfernt ist. Optimistisch wie ich bin, schlug ich vor, mit den kostenfreien Beach Cruisern (Fahrräder ohne Gangschaltung) dort hin zu cruisen. Zwischenzeitlich war ich mir nicht mehr sicher, ob ich je dort ankomme, geschweige denn am gleichen Tag wieder zurück komme. Eine relativ anstrengende Geschichte. Das Gute war, dass wir ganz viele Kiter beobachten konnte, was aber gleichzeitig bedeutet, dass es sehr windig war und Frau B mit ihrem Beach Cruiser kaum vom Fleck kam. :-) Die Kite Station mit dem angeschlossenen Beach-Café ist sehr schön und wohl auch ein kleines Paradies für Kiter. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Lehrer vor Ort, habe ich mich dann aber gegen einen Kurs entschieden, denn
a) war der gute Mann etwas unter Stress, da er wohl selber gerade wieder auf´s Wasser wollte (nicht sehr geschäftstüchtig!).
b) wurde mir empfohlen Level 1 und 2 (10 Stunden) direkt zu buchen, um überhaupt mal richtig auf´s Wasser zu kommen, was schlappe 360 Euro kostet.
c) wäre alles nur in Englisch unterrichtet worden, da der Herr Lehrer ein Italiener ist.
Als nächstes schauten wir uns nahe des Hotels die Wassersportstation zum Surfen und Segeln an. Dort war alles deutlich entspannter und auch freundlicher, was dazu führte, dass Sven am 2. Tag bereits eine Woche Sportpaket buchte. Als besonderes, von ihm ausgehandeltes Special, konnte er die Woche innerhalb unseres Aufenthaltes frei aufteilen, d.h. wir mussten sie nicht am Stück nehmen. Somit nutzten wir windstille Tage für 2 Wanderungen, einen Motorradausflug und einfach nur am Strand lümmeln. Ich selber profitierte von dem Sportpaket insofern, dass ich mit Sven katamaransegeln konnte. Anfangs hatten wir auch noch viel Wind und ziemlich starke Wellen. Das war für mich kein ganz einfacher Einstieg. Die folgenden Tage wurde es aber eher ruhiger. Was Sven nicht davon abhielt, Action in die Sache reinzubringen. So lernte ich später, dass man gefährlichere und weniger gefährliche Kurse segeln kann. "Gefährlich" wurde mir dann spontan demonstriert, als ich allerdings dummerweise im Trapez stand. Zum Glück geht es ganz schnell und überraschend, denn so schnell konnte ich gar nicht gucken, wie ich um den Mast erst geschleudert und dann gewickelt wurde. Und dann baumelte ich wie ein Maskottchen vor dem Mast. :-))) Ein großer Schrecken und ein paar blaue Flecken und die Sache war so gut wie vergessen. Natürlich nicht ganz, denn Sven erklärte mir anschließend, dass das Eintauchen des Bugs der Leekufe dazu führte bzw. dadurch der Kat sofort stoppt. Ab diesem Zeitpunkt lag ab dem Aufsteigen auf den Kat mein Hauptaugenmerk auf der vorderen Kufe, d.h. Frau B wurde etwas ängstlich. Dafür waren die anderen Segler am Strand very beeindruckt von der Geschichte. Was man nicht alles auf sich nimmt, um Aufmerksamkeit zu erregen :-)
Nachdem Sven seine Liebe zum Surfen wieder entdeckte, versuchte auch ich ebenfalls meine Liebe für diesen Sport zu finden. Ich besuchte die Surf-Schnupperstunde. Diese hat gegenüber des Kitens den erheblichen Vorteil, dass man auch direkt auf´s Wasser darf. Während dessen bemerkte ich mein vorhandenes Talent und nach etwas Zuspruch von Herrn P, entschied ich mich, das Projekt "Surfschein" in diesem Urlaub anzugehen. Einen Abschluss stellte ich allerdings spätestens nach ersten Theorie-Problemen in Frage. Mein Surflehrer für die Schnupperstunde war nicht schlecht, aber auch nicht ganz billig. Glücklicherweise fand ich noch einen wesentlich besseren, schnittigeren und auch preisgünstigeren. Sven war mein neuer Surflehrer. :-) Mit einer 5-Stundenkarte, seiner Geduld und besonders guten Art des Erklärens hatte ich den Schein schon so gut wie in der Tasche. Um´s kurz zu machen, den letzten Tag nutzte ich auch zum erfolgreichen Abschluss des Projektes Surfschein. Die Behauptung "vorhandenes Talent" überdenke ich aber noch einmal.
Apropos Talent, denn das dachte ich auch mal bezüglich des Motorradfahrens, was dazu führte, dass ich einen Führerschein erwarb, den ICH auch mit in den Urlaub nahm. Meine Reisebegleitung hat das leider nicht getan. Gemeinsam beschlossen wir trotzdem den Versuch zu unternehmen, zumindest ein Motorrad zu leihen, was auf meinen Führerschein läuft, aber von Sven gefahren wird. Wahrheit ist meiner Ansicht immer das Beste und somit bekamen wir auch eine Enduro auf meinen Namen geliehen, die Sven dann aber vom Hof fuhr. Lustigerweise fragte die Dame, die den Vertrag vorbereitete tatsächlich "who´s the driver?". Ich konnte ihr dann getrost mitteilen, dass wir doch alle wollen, dass Sven the driver ist. Dank dieser Unkompliziertheit, fuhren wir einen ganzen Tag über die Insel und sahen somit den Norden, das Zentrum und auch noch den Südwesten der Insel. Traumhaft schön war es. Dadurch, dass ich nicht selber fahren musste/konnte, sah ich natürlich ganz entspannt sehr viel von der Insel. Sven ermöglichte uns auch eine wunderschöne Pause in einem kleinen Fischerdorf, indem wir sehr gut speisten. Herrlich! Passend zum Sonnenuntergang waren wir wieder in der Hauptstadt Chora. Dort konnte ich noch bei den spannenden Lichtverhältnisse das Wahrzeichen der Stadt fotografieren.
Auch unsere zwei Wanderungen waren schön und abwechslungsreich. Für die erste Tour nahmen wir den einheimischen Bus, der uns erst noch überzeugte einzusteigen, da er schon dort hin führe, wo wir hin wollten. Nun ja, kam dann doch anders. Relativ frühzeitig teilte uns der Kollege des Fahrers mit, dass wir gleich auf dem Berg aussteigen sollten, da sie nicht dort hin führen, wo wir hin wollten. Dank meines Guides alles kein Problem. Kleine Planänderung bzw. Routenänderung und schwupps sind wir eben eine andere Wanderroute gelaufen. War auch sehr schön und so anstrengend, dass ich an diesem Abend sogar freiwillig das Schlafen dem Essen vorzog. :-) Ein Highlight war die Rückfahrt mit dem gut gefüllten local Bus, denn das Gefährt selber war nicht so gut in Schuss, aber die Lautsprecherboxen, aus denen der griechische Udo Jürgens trällerte waren nahezu neu.
Wanderung Nr. 2 verkaufte mir mein Guide gleich noch etwas schmackhafter, denn diese Route plante er mit dem Ende in der Hauptstadt, wo ich anschließend shoppen durfte. Sehr klug, da hält jede Frau durch. Das Shoppen schafft dann auch jeder Mann, da das Weibchen relativ erschöpft ist und nicht mehr all zu viel Energie für´s Powershoppen hat.
Ca. 1 Woche vor unserer Rückreise überraschte uns ein netter Aushang an der Rezeption "alle Flüge nach Athen sind von 13:40 Uhr auf 9:40 Uhr verschoben". Meine bessere Hälfte ging ganz entspannt mit der Situation um. ;-) (Kurzzeitig war der Urlaub hinüber). Das Ganze steigerte sich noch, denn dazu sollte man bereits um 8:00 Uhr das Hotel verlassen, um den 5-Minuten entfernten Flughafen aufzusuchen. Die Maschine transportiert 50 Personen. Dementsprechend groß ist auch der Flughafen. Aber ganz klar, 1,5 Stunden vorher dort sein. :-(
Alles ging noch gut aus, denn wir erhielten tatsächlich doch noch ein gutes Frühstück im Hotel, verbrachten dann 1,5 Stunden auf dem Flughafen, bevor wir nach Athen flogen. Durch den verschoben Flug hatten wir nun natürlich auch einen dementsprechend langen Aufenthalt in Athen, der uns aber immerhin einen Besuch der Akropolis ermöglichte. Und ich kann Euch verraten, als deutscher Student, ist der Eintritt free (gesparte 12,- Euro!!!). :-)
Unser Urlaub endete glücklich und zufrieden, was durch den Überraschungsempfang von Ellen und Robert am Flughafen noch gesteigert wurde.




